Concilia provincialia et dioecesana – Synodales Leben in den Ortskirchen

Der Fachbereich Kirchengeschichte der Katholisch Theologischen Fakultät Wien richtet gemeinsam mit der Gesellschaft für Konziliengeschichtsforschung e.V. vom 23. bis zum 25. Februar 2026 eine Tagung aus, die sich mit Partikularkonzilien im Laufe der Kirchengeschichte befasst. Unter dem Thema "Concilia provincialia et dioecesana - Synodales Leben in den Ortskirchen" sollen sowohl einzelne Synoden im Lauf der Kirchengeschichte, deren Zuständigkeiten und politisch-ekklesiologische Bedeutung als auch Transformationen dieser Konzilsform in den Blick kommen. Themenvorschläge und Abstracts werden bis zum 31. Okt. 2025 erbeten.

 

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Fachtagung zum Konzil von Nizäa 19. November 2025

Kölner Hochschule für Katholische Theologie. Link zur Tagung (Lehrstuhl für Kirchengeschichte, Prof. Dr. Dominik Heringer)

 

Vor 1700 Jahren fand mit dem Konzil von Nizäa (325 n. Chr.) das erste ökumenische Konzil der Kirchengeschichte statt – ein Ereignis, das bis heute in Theologie, Kirche und Kultur nachwirkt. Unter dem Titel GLAUBE MACHT GESCHICHTE lädt die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) am 19. November 2025 zu einer interdisziplinären Fachtagung ein, die dieses Jubiläum in den Blick nimmt. Im Austausch zwischen Bibelwissenschaft, Kirchengeschichte, systematischer Theologie und ökumenischer Forschung entsteht ein vielfältiger Blick auf die Christologie, die die große Relevanz des Konzils für den christlichen Glauben herausstellt.

Referenten: Prof. Dr. Dieter Böhler SJ (PTH Sankt Georgen), Prof. Dr. Claus Arnold (JGU Mainz), Prof. Dr. Jan-Heiner Tück (Universität Wien), Prof. Dr. Stefanos Athanasiou (LMU München)

Tagungsleitung: Prof. Dr. Dominik Heringer, Prof. Dr. Manuel Schlögl (KHKT). Die Tagung findet in der Aula der Hochschule statt.


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Heinz Ohme, Das 6. Ökumenische Konzil von Konstantinopel (680/681). Eine engelgleiche Versammlung? De Gruyter: Berlin 2025. 679 pp.

 

Das Konstantinopler Konzil von 680/681, das sechste „ökumenische“, hat mit seiner Lehrentscheidung zum zweifachen Wirken und Willen Jesu Christi für die Römisch-Katholische Kirche und die Orthodoxen Kirchen normative Bedeutung. Bisher fehlte jedoch eine moderne Darstellung und Analyse seines Zustandekommens, seiner Akten und Protokolle, seiner Entscheidungen und seiner Folgen. Diese Lücke wird hier geschlossen. Das Konzil sollte einen jahrzehntelangen theologischen Streit um die Christologie beenden. Am Ende aber stand die größte Zahl jemals auf einem ökumenischen Konzil verurteilter Bischöfe, darunter ein Papst. Singulär war auch die kaiserliche Leitung und Überwachung, beklemmend die politische Situation, denn das Imperium kämpfte im Ansturm der islamischen Araber um seine Existenz. Diese Monographie analysiert erstmals umfassend die kritisch edierten Akten und Protokolle der 18 Sitzungen dieses Konzils in historischer, philologischer und theologischer Hinsicht. Sie stellt die Frage nach der Authentizität der Protokolle, nach der Plausibilität der theologischen Argumentationen, nach den Gründen für das Scheitern einer Verständigung und nach den Verschränkungen vom Verlauf und den Entscheidungen mit dramatischen politischen und sozialen Vorgängen außerhalb der Konzilsaula (aus der Verlagspräsentation).


Tagungen zum Konzil von Nizäa 325

Die Arbeitsgemeinschaft der Kirchenhistoriker und Kirchenhistorikerinnen im deutschen Sprachraum widmet dem Jubiläum des Konzils von Nizäa einen Teil der diesjährigen Jahresversammlung vom 19.-21. Juni 2025 in Salzburg (hier das Programm) und an der Katholisch Theologischen Fakultät der Universität Augsburg findet vom 11.-12. Juli 2025 eine Tagung mit dem Titel "1700 Jahre Nizäa: Historische Perspektiven und ökumenische Impulse für die Gegenwart" statt (hier das Programm).


Pontificia Università di San Tomaso (Angelicum), Rom 4.-7. Juni

Ökumenische Tagung zum Konzil von Nizäa

Das Konzil von Nicäa (325) ist grundlegend für die Einheit zwischen den christlichen Kirchen in Ost und West. Das Konzil führte eine synodale Vorgehensweise bei der Behandlung theologischer und kanonischer Fragen auf universeller Ebene ein. Das Nicänische Glaubensbekenntnis lieferte eine theologische Vision des dreieinigen Gottes, die bis heute den gemeinsamen Glauben der Christen, insbesondere der orthodoxen und katholischen Kirchen, prägt. Die Konferenz findet in der Pontificia Università di San Tomaso d'Aquino (Angelicum) statt. Sie versammelt über 100 Expertinnen und Experten sowie zahlreiche Bischöfe und Metropoliten verschiedener christlicher Traditionen und wird sich auf der Grundlage Erbe des Ersten Ökumenischen Konzils auf verbindende und trennende Aspekte theologischer und ekklesiologischer Fragen konzentrieren.

 

Hier die homepage der Tagung mit dem Programm  

 


Prof. Dr. Dieter Girgensohn † (1935-2025)

Am 18. März ist in Göttingen der international rennomierte Kirchenhistoriker Dieter Girgensohn im Alter von 90 Jahren verstorben. Er war von 1967-1999 am Max-Planck-Institut für Geschichte als wissenschaftlicher Referent tätig und hat vor allem die Politik der Päpste im Großen Abendländischen Schisma, dabei insbesondere die Verhandlungen zwischen Benedikt XIII. und Gregor XII. (1407–1408) sowie die Geschichte der Republik Venedig im späten Mittelalter erforscht. Dem Forschungsprojekt Konziliengeschichte war er durch durch Veröffentlichungen im "Annuarium Historiae Conciliorum" und seine häufige Teilnahme an den Tagungen der Gesellschaft für Konziliengeschichte verbunden, zuletzt in Wien 2014 an der Tagung "Konzil und Fürst", wo er über "Das Generalkonzil mit obrigkeitlicher Autorisierung im späteren Mittelalter (Perpignan, Pisa, Cividale)" sprach. R.I.P.   


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Nizäa – Das erste Konzil. Historische, theologische und ökumenische Perspektiven, hg. von Jan Heiner Tück und Uta Heil, Herder: Freiburg i.Br. 2025. 480 S. ISBN: 978-3-451-38391-5

 

Das Konzil von Nizäa gilt als epochales Ereignis. Es hat die Streitfrage, ob Jesus Christus Gottes Sohn ist, dogmatisch geklärt und die Position des Arius zurückgewiesen. Wie aber kam Arius dazu, zu bestreiten, dass Sohn und Vater gleichermaßen Gott sind? Und das Konzil – hat es mit seiner Entscheidung den galiläischen Wanderprediger nicht zu einem göttlichen Wesen hochstilisiert und den Boden des biblischen Gottesglaubens verlassen? Nizäa wirft bis heute Fragen auf – historische, theologische und ökumenische. Wie sieht der historische Kontext der arianischen Kontroverse aus? Welche Interessen verfolgte Kaiser Konstantin, als er die Bischöfe in seine Residenz einlud? Beginnt hier die problematische Symbiose von Thron und Altar? Wie ist die theologische Weichenstellung von Nizäa zu verstehen? Hat sie das Evangelium hellenistisch verfälscht? Und ist mit dem Dogma, dass Jesus Gottes Sohn ist, die Abkehr vom Judentum vollzogen worden? Das nizänische Bekenntnis wird von Katholiken, Orthodoxen und Protestanten geteilt. Dies hat Bedeutung für die Ökumene. Die Liturgie hat das Glaubensbekenntnis aufgenommen, die Wirkungsgeschichte des Konzils von Nizäa kann daher kaum überschätzt werden. Wie aber kann es unter modernen Bedingungen neu gedeutet werden? (aus der Ankündigung des Verlags)