Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Nizäa – Das erste Konzil. Historische, theologische und ökumenische Perspektiven, hg. von Jan Heiner Tück und Uta Heil, Herder: Freiburg i.Br. 2025. 480 S. ISBN: 978-3-451-38391-5

 

Das Konzil von Nizäa gilt als epochales Ereignis. Es hat die Streitfrage, ob Jesus Christus Gottes Sohn ist, dogmatisch geklärt und die Position des Arius zurückgewiesen. Wie aber kam Arius dazu, zu bestreiten, dass Sohn und Vater gleichermaßen Gott sind? Und das Konzil – hat es mit seiner Entscheidung den galiläischen Wanderprediger nicht zu einem göttlichen Wesen hochstilisiert und den Boden des biblischen Gottesglaubens verlassen? Nizäa wirft bis heute Fragen auf – historische, theologische und ökumenische. Wie sieht der historische Kontext der arianischen Kontroverse aus? Welche Interessen verfolgte Kaiser Konstantin, als er die Bischöfe in seine Residenz einlud? Beginnt hier die problematische Symbiose von Thron und Altar? Wie ist die theologische Weichenstellung von Nizäa zu verstehen? Hat sie das Evangelium hellenistisch verfälscht? Und ist mit dem Dogma, dass Jesus Gottes Sohn ist, die Abkehr vom Judentum vollzogen worden? Das nizänische Bekenntnis wird von Katholiken, Orthodoxen und Protestanten geteilt. Dies hat Bedeutung für die Ökumene. Die Liturgie hat das Glaubensbekenntnis aufgenommen, die Wirkungsgeschichte des Konzils von Nizäa kann daher kaum überschätzt werden. Wie aber kann es unter modernen Bedingungen neu gedeutet werden? (aus der Ankündigung des Verlags)


Studientag zum Konzil von Nizäa (235)

Aus Anlass des 1.700 jährigen Jubiläums des Konzils von NIzäa veranstaltet die Lateranuniversität zu Rom am 28. April 2025 einen Studientag mit dem Thema Il Concilio di Nicea e l'autocoscienza ecclesiale. Hier das Programm.


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

I Domenicani e i Concili. Diese monografische Nummer der Memorie Domenicane 53-54 (2022-2023), hg. von Luciano Cinelli / Pierantonio Piatti, Nerbini: Firenze 2025, 510 S., ermöglicht es uns, den Beitrag der Dominikaner zum Leben der Kirche zu würdigen, der in einigen ihrer wichtigsten und feierlichsten Versammlungen geleistet wurde, die ihre irdische Pilgerreise auf das himmlische Jerusalem ausrichten. Seit dem 4. Laterankonzil haben die Dominikaner stets aktiv an den konziliaren Versammlungen der Kirche teilgenommen. In diesem Band befassen sich die Autoren mit den Konzilien von Lyon, Pisa, Konstanz und Florenz, wobei sie jedes Mal den Beitrag der Dominikaner zur Reflexion und zur Rezeption hervorheben. Auch die Inquisition und die Idee des Konziliarismus werden eingehend untersucht, und schließlich werden die Positionen der Dominikaner auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil und zur gesamten Ekklesiologie des 20. Jhds. dargestellt (aus der Verlagsbeschreibung).


Ulrich Horst (06.04.1931 - 09.12.2024)

Wie die Ludwig-Maximilians-Universität und der Dominikanerkonvent Hamburg mitteilten, ist Prof. Dr. Ulrich Horst OP am 9. Dezember in der Universitätsklinik Bad Homburg/Saar im Alter von 93 Jahren verstorben. Der international anerkannte Hochschullehrer und Forscher widmete einen großen Teil seiner sorgfältig dokumentierten Forschungen dem Themenkreis "Papst – Konzil – Unfehlbarkeit" (so der Titel seiner Habilitationsschrift aus dem Jahre 1978 und auch seine letzte größere Veröffentlichung, der Aufsatzband mit dem Titel "Päpstliche Unfehlbarkeit wider konziliare Superiorität? Studien zur Geschichte eines [ekklesiologischen] Antagonismus vom 15. bis zum 19. Jahrhundert" im Jahre 2016). R.I.P.

Ein Auswahlliste seiner Veröffentlichungen (unter dem Gesichtspunkt der Konziliengeschichte) findet sich auf der website der Konziliengeschichte; hier die Todesanzeige des Dominikanerkonvents Hamburg.


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

In der Reihe "Studien zur Geschichte von Konzilien - Studies on the History of Councils" ist der 2. Band erschienen: José María Díaz Dorronsoro, The Second Vatican Council and the Media. The Holy See and the Challenge of Information Management during the Last Ecumenical Council, Münster: Aschendorff Verlag 2024. VII und 489 Seiten. Hier das Inhaltsverzeichnins und weitere Verlagsinformationen.


Tagung zum Konzil von Pavia-Siena (1423-1424)

Vom 10.-12. September findet in Siena eine Tagung zum Konzil von Pavia-Siena statt. Es handelt sich um die Nachfolgetagung des Kongresses, der im vergangenen Jahr den ersten Teil der Synode (Pavia, April - Juni 1423) gewürdig hatte. Die Vorträge in Siena widmen sich dem zweiten Teil des Konzils (Siena, Juli 1423 - März 1424). Sie finden in Santa Maria della Scala und im Archivio dello Stato statt. Hier das Programm.

 

Eintrag im online-Lexikon: Papiense-Senense / Pavia-Siena (A. Frenken)