International bekannter Mediävist Peter Segl verstorben (1940–2025)

Nach langer schwerer Krankheit, die er mit bewundernswerter Tapferkeit getragen hat, verstarb am 17.  Oktober 2025 der von 1984 bis 2005 im oberfränkischen Bayreuth lehrende, doch weit über seine Universität hinaus bekannte Mediävist Peter Segl.

     Professor Segl war ein im persönlichen Umgang überaus freundlicher, stets hilfsbereiter und dem Gesprächspartner zugewandter Mensch, der sich als Person nicht in den Vordergrund drängte. Sein gastfreundliches Haus habe ich noch in bester Erinnerung. Als ich selbst vor gut einem Vierteljahrhundert vor der Frage einer Habilitation stand, hatte er sich selbstlos als Betreuer angeboten.

     Als Wissenschaftler ist sein Name eng mit der Erforschung von Häresien und Ketzertum verbunden, zu der er grundlegende Beiträge publizieren konnte. Die Spannbreite seiner Forschungen umfasste dabei den ganzen Raum des mittelalterlichen Europas, von der iberischen Halbinsel über Böhmen und Österreich bis nach Byzanz. Darüber hinaus lenkte er seinen neugierigen Blick auf das nördliche, dem Mittelmeer zugewandten Afrika und untersuchte intensiv die Kontakte des Papsttums mit dieser Region. Sein Interesse für die nordafrikanische Geschichte brachte ihn auch in engeren Kontakt mit der Konzilienforschung, für die er eine Darstellung der nordafrikanischen Konzilien im Rahmen der Reihe Konziliengeschichte zugesagt hatte. Zur Realisierung dieses Plans ist er aber aufgrund anderer Verpflichtungen nicht mehr gekommen.

     Dem Projekt „Konziliengeschichte“ war der Mediävist zutiefst verbunden. So nahm er auch mehrfach an Symposien der Gesellschaft für Konziliengeschichtsforschung teil, zum Beispiel 1997 in Dubrovnik und 1999 auf Zypern, das letzte Mal war er noch bei der Tagung "Konzil und Fürst" in Wien 2014 dabei. Für den von ihm geschätzten Kollegen Johannes Grohe steuerte Peter Segl den Beitrag „Quasi manu conserta in ius vocant. Scheyrer Mönche verklagen Abt Konrad VI. (1427–1436) beim Konzil in Basel“ für dessen im vergangenen Jahr erschienen Festschrift Synodalis consonantia bei. Damals schon schwer erkrankt, wollte er diese Arbeit auf jeden Fall noch fertigstellen, was ihm mit Unterstützung seiner Frau gelingen sollte. So ist dieser Beitrag nun zu seinem Vermächtnis werden. Für das Konziliensymposium im kommenden Februar 2026 in Wien hat er sich sogar noch ein paar Gedanken für einen geplanten Vortrag gemacht. „Er hatte noch so viel machen wollen …“, schrieb mir seine Frau. R.I.P.

 

Ansgar Frenken