Gabriel Adriányi (31.03.1935 -10.08.2024)

Der emeritierte Bonner Ordinarius für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte unter Einschluss der Kirchengeschichte Osteuropas (1976-2000) ist nach kurzer Krankheit am 10. August im Alter von 89 Jahren in Zalaegerszeg (Ungarn) verstorben. Hier die Würdigung seiner Verdienste durch die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Bonn sowie durch das Römische Institut der Görresgesellschaft.

Adriányi war dem Projekt Konziliengeschichte zusammen mit seinem akademischen Lehrer Bernhard Stasiewski, der auch seine Habilitationschrift "Ungarn und das I. Vatikanum" (1975) betreut hatte, von den ersten Jahren an verbunden, wie seine Beiträge im AHC und seine Vorträge auf den Symposien der Konziliengeschichte zeigen (zuletzt konnte er noch 2018 in Rom teilnehmen und zum Thema "Die letzten zehn Diözesansynoden Ungarns [1993-1999] und die Minderheitenpastoral" referieren). Unvergessen ist die Tagung, die er selbst vom 16.-20. September 2010 in Esztergom für die Gesellschaft für Konziliengeschichtsforschung ausgerichtet hat.

Prof. Gabriel Adriányi wurde am 22. August in der Krypta der Pfarrkirche der Hl. Margareta (Szent Margit) in Veszprém beigesetzt. R.I.P.

 


Neue Einträge

Lexikon der Konzilien

Iberische Halbinsel: Elvira (ca. 306)Zaragoza I (380), Toledo (400).

 

Alberto Ferreiro


Convegno Internazionale 100 anni dal Concilium Sinense: tra storia e presente

100. Jahrestag des Konzils von Shanghai 1924, Pontificia Università Urbaniana, 21. Mai 2024

Shanghai, 15. Mai 1924: Das erste Konzil der katholischen Kirche in China beginnt in der Kathedrale des Heiligen Ignatius von Loyola. Es handelt sich um Bischöfe, Generalvikare, Ordensleute und Priester, die meist in fernen Ländern geboren wurden und als Missionare nach China kamen. Sie kamen mit dem Auftrag zusammen, die apostolische Arbeit auf chinesischem Boden im Lichte von Maximum Illud, dem Apostolischen Schreiben Papst Benedikts XV. aus dem Jahr 1919, neu zu beleben, um zu bekräftigen, dass der Glaube an Christus keinem Volk fremd ist, - „er ist keiner Nation fremd“- , und dass an keinem Ort der Erde die Tatsache, Christ zu werden, gleichbedeutend damit ist, „sich unter den Schutz und die Macht eines anderen Landes zu stellen und sich dem eigenen Gesetz zu entziehen“. Das Konzil von Shanghai hat detaillierte Bestimmungen zur Förderung und Begleitung des Wachstums eines einheimischen Klerus erlassen. Chinesische Bischöfe und Priester sollten mit der Leitung der Ortskirche betraut werden. Die Konzilsdekrete legten konkrete Maßnahmen fest, um der kolonialen Mentalität entgegenzuwirken, die auch in die kirchliche Praxis eingedrungen war. Zu den vielen aktuellen Zeichen dieses Konzils gehörte der Hinweis, Diözesansynoden, Treffen und Versammlungen von Priestern, Ordensleuten und Frauen zu fördern und die Entstehung von Vereinigungen zu unterstützen, die von den Laien getragen werden. 100 Jahre später erweist sich die synodale Erfahrung des Concilium Sinense mehr und mehr als Schlüsselstelle auf dem beispiellosen Weg der katholischen Kirche im heutigen China. Und auch heute noch bietet es fruchtbare Einsichten für alle, die sich für die Gegenwart und Zukunft der apostolischen Arbeit in der Welt interessieren (aus dem Tagungsprogramm).

 

Hier das ganze Programm


Das Konzil von Nizäa in der Theologie Benedikts XVI.

Studientag zum Konzil von Nizäa (325)

Die St. Mary's University Twickenham London veranstaltet am 11. Mai 2024 im Hinblick auf das bevorstehende Konzilsjubiläum 2025 eine Tagung mit dem Titel: Towards the 1700th Anniversary of the Council of Nicaea (325) - The Council and its Creed in the Theology of Benedict XVI.

Hier das Programm


In Memoriam Michele Miele OP (1931-2021)

Die Zeitschrift "Campania Sacra", deren Direktor Michele Miele in den Jahren 2006-2020 war, widmet den Jahrgang 54 (2023) dem am 8. Dezember 2021 verstorbenen Domininkanerhistoriker. Gerardo Imbrano: "Michele Miele: La Vita e gli scritti" zeichnet auf den Seiten 7-48 das Lebensbild des Ordensmanns und Historikers (auf den Seiten 15-48 findet  sich das umfangreiche Schriftenverzeichnis Mieles). Miele hat durch zahlreiche Studien zur Geschichte des Dominikanerodens, zur Kirchengeschichte der Neuzeit und zur Konziliengeschichte Süditaliens auf sich aufmerksam gemacht. Dem Projekt "Konziliengeschichte" war er durch häufige Teilnahme an den Tagungen, den 1996 erschienenen Band "Die Provinzialkonzilien Süditaliens in der Neuzeit" (in italienisch: I concili provinciali del Mezzogiorno in età moderna, 2001) sowie Aufsätze und Rezensionen in der Zeitschrift "Annuarium Historiae Conciliorum" verbunden.


FESTAKT ZUM 70. GEBURTSTAG VON JOHANNES GROHE

Übergabe der Festschrift „Synodalis consonantia“

Am 9. März 2024 wurde in der vollbesetzten Aula Minor der Pontificia Università della Santa Croce in Rom (hier Bildergalerie 1 und Bildergalerie 2 und ein videoclip) eine Festschrift zu Ehren von Johannes Grohe vorgestellt und dem Jubilar anlässlich seines 70. Geburtstags überreicht.

Der Band mit dem Titel „Synodalis consonantia. Konziliengeschichte als Spiegelbild kirchlicher Diskussionskultur und Identitätsfindung“, erschienen im Aschendorff-Verlag Münster (https://www.aschendorff-buchverlag.de/detailview?no=25035), enthält 40 Beiträge aus dem Gebiet der Konziliengeschichte aus der Epoche der Alten Kirche, des Mittelalters und der Neuzeit (⟶ Inhaltsverzeichnis). Verfasst wurden sie von Kollegen, Freunden und Wegbegleitern des Jubilars, ausgewiesenen Fachleuten in der Erforschung der Geschichte der Konzilien. Herausgegeben haben die Festschrift Filippo Forlani/Rom, Ansgar Frenken/Ulm und Thomas Prügl/Wien. Der insgesamt 773 Seiten starke, thematisch und inhaltlich geschlossene Band stellt damit einen Querschnitt durch die aktuelle konziliengeschichtliche Forschung das, die „bewusst nicht beschränkt auf einzelne Epochen, Regionen und Thematiken … das synodale Leben der Kirche in seiner umfassenden historischen Realisierung in den Blick nimmt“, so die Herausgeber.

Beim Festakt würdigten Prof. Petar Vrankić, Vizepräsident der Gesellschaft für Konziliengeschichtsforschung e.V., Prof. Stefan Heid, Direktor des Römischen Instituts der Görresgesellschaft und Vertreter der Pontificia Università della Santa Croce den Jubilar für sein vielseitiges Engagement in Dienste der Konziliengeschichte und des akademischen Lebens in Rom. Danach referierte Ansgar Frenken über den Beitrag von Johannes Grohe für die Erforschung des spätmittelalterlichen Konzilslebens, ehe Thomas Prügl die Festschrift vorstellte. Zum Abschluss interviewte Filippo Forlani den Jubilar und ließ ihn wichtige Stationen seines Lebens und seines wissenschaftlichen Weges nachzeichnen. Festliche Musik (Mozart-Divertimenti; Dvorčak, Miniature op. 75), gab dem Ereignis einen feierlichen Rahmen. Beim anschließenden Sektempfang war reichlich Gelegenheit, sich auch über die menschlichen Qualitäten von Johannes Grohe auszutauschen und ihm zu gratulieren.