Klausenburg/Cluj/Kolozsvár
Klausenburg/Cluj/Kolozsvár; Sog. “Synode” zur zwangsweisen Eingliederung der Rumänisch Unierten Kirche in die Rumänische-orthodoxe Kirche; 1948
Nach dem Vorbild der Pseudosynode von Lemberg (L’viv / L’vov), welche 1946 die Ukrainische Unierte Kirche für aufgelöst erklärt hatte, leitete 1948 die Rumänische Volksdemokratie während einer Vakanz am Bukarester Patriarchenthron die Aufhebung der Rumänischen Unierten Kirche ein. Nach Verhaftung der unierten Bischöfe erzwang die Polizei in Klausenburg eine Priesterversammlung aus Mitgliedern, die von den Behörden ausgewählt und in einem polizeilich gelenkten Vorgang zu “Delegierten” gemacht worden waren. Amtlicherseits wurde die Versammlung “Synode” genannt. Ohne Bezugnahme auf ekklesiologische Prinzipien fasste sie den staatlich erwünschten Beschluss auf “Heimkehr der Unierten in ihre orthodoxe Mutterkirche”. In Gegensatz zum Moskauer Patriarchen Aleksij I. begrüßte der während der Vorbereitung der Pseudosynode neu gewählte Rumänische Patriarch Justinian (1949-1977) die Vorgänge von 1948.
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QQ./Lit.: Aloisie Ludovic Tăutu/Alexandru Mircea/Octavian Bârlea, Biserica Română Unită – două sute cincizeci de ani de istorie, Madrid 1952, 275-366; Ernst Christoph Suttner, Beiträge zur Kirchengeschichte der Rumänen, Wien 1978, S. 55-61, 107-110; Ders., Die Christenheit aus Ost und West auf der Suche nach dem sichtbaren Ausdruck für ihre Einheit, Würzburg 1999, 254-257; Ders., Die Auswirkungen der Weihnachtsansprache von Papst Pius XII. im Jahr 1944 auf die mit Rom unierten Kirchen Osteuropas in: OstkStud 57 (2008) 310-330; Ders., Kirche und Theologie bei den Rumänen, Fribourg 2009, 228-234.
Suttner, Ernst Christoph
September 2020
Empfohlene Zitierweise:
Suttner, Ernst Christoph, “Klausenburg/Cluj/Kolozsvár; 1948“ in: Lexikon der Konzilien [Online-Version], September 2020; URL: http://www.konziliengeschichte.org/site/de/publikationen/lexikon/database/3991.html
