Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Giovanni Della Casa, Corrispondenza con i legati al Concilio di Trento (1544-1549), edizione e commento a cura di Monica Marchi, Roma, Edizioni di Storia e Letteratura, 2020 (= Biblioteca Italiana Testi e Studi, 16), 304 pp.

 

“Im August 1544 wurde Giovanni Della Casa zum apostolischen Nuntius in Venedig ernannt, einer der wichtigsten Städte für das empfindliche Gleichgewicht der europäischen politischen Ordnung. In der Lagunenstadt kamen sehr schnell Informationen über alles an, was um sie herum geschah, angefangen von der osmanischen Front, über den päpstlichen Hof, bis hin zu den äußersten Grenzen des Reiches von Karl V. Die im Codex Vaticanus Latinus 14830 enthaltenen Briefe geben durch die Hauptstimmen des Nuntius in Venedig, Monsignore Della Casa, und der Legaten des Konzils, Marcello Cervini und Giovanni Maria del Monte, ein detailliertes Bild der intensiven Zeit von der mühsamen Eröffnung des Konzils selbst, in Trient, bis zu seiner Übertragung nach Bologna. Der Codex wird nun zum ersten Mal, nach sorgfältigen philologischen Untersuchungen, in seiner Gesamtheit veröffentlicht, nach chronologischen Kriterien neu geordnet und als Ganzes analysiert. Auf diese Weise kann der moderne Leser dank des historischen und sprachlichen Kommentars, der den Text begleitet, den Inhalt der Korrespondenz besser nachvollziehen, während die Analyse der kommunikativen Eigenheiten der einzelnen Gesprächspartner den Charakter dreier herausragender Persönlichkeiten im Italien des 16. Jahrhunderts” (frei übersetzt aus der Webseite des Verlags).


Neue Einträge

Lexikon der Konzilien

Konzilien von Santiago de Compostela 1292 (23. Mai) und 1293 (?)

Justo Fernández, Jaime


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Annales Historiae Conciliorum (AHC), Heft 1 / (2020)

 

https://www.aschendorff-buchverlag.de

 

Preis: 35,00€ 

 

Die Zeitschrift Annales Historiae Conciliorum (AHC) wurde 1968 von einer Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Walter Brandmüller mit dem Titel Annuarium Historiae Conciliorum begründet. Sie ist bis heute das führende internationale Fachorgan für die Erforschung der Konziliengeschichte vom Altertumbis in die Gegenwart. In den 50 Jahren seines Bestehens wurden darinüber 600 Beiträge von einer weltweiten Gemeinschaft von Historikern, Theologen und Philologen publiziert.

 

Zum Inhalt

 

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Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Contra Latinos et Adversus Graecos. The Separation between Rome and Constantinople from the Ninth to the Fifteenth Century, ed. by Alessandra Bucossi / Anna Calia, Peeters Publisher, Leuven 2020 (= Bibliothèque de Byzantion, 22)

 

Die Trennung zwischen der lateinischen und der griechischen Kirche ist eines der Forschungsfelder, das die Komplexität und den Reichtum der mittelalterlichen Welt am besten repräsentiert und den Weg zu einem tieferen Verständnis zeitgenössischer religiöser und politischer Fragen eröffnet. Dieser Band, geplant als ein Weg vom neunten bis zum fünfzehnten Jahrhundert und durch drei verschiedene Sprachräume (Griechisch, Latein und Slawisch), enthält fünfundzwanzig Beiträge, die von großen Darstellungen der Hauptunterschiede zwischen den Kirchen (z.B. päpstlicher Primat und Filioque) bis hin zu neuen Editionen von Texten (z.B. Brief von Johannes Dokeianos an Johannes Moschos) reichen. Die neuen Analysen, die dieser Band vorlegt, präsentiert eine lebendige scientific community bekannter und junger Gelehrter, die die Erforschung des Schismas zwischen orthodoxer und katholischer Kirche durch neue Entdeckungen und Neubewertungen von Texten und Ereignissen radikal verändern. Der Band enthält u.a. Beiträge zum II. Konzil von Lyon (1274) und zum Konzil von Ferrara-Florenz (1438/39).


Neue Einträge

Lexikon der Konzilien

Konzilien von Santiago de Compostela 1216 und 1260 (16. August)

Justo Fernández, Jaime


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Fermina Álvarez Alonso, Cum Petro et sub Petro. Primato ed episcopato dal Vaticano I al Vaticano II, prefazione di Marcello Semeraro, Milano: Ancora 2019. 384 pp.

 

“Zum 150. Jahrestag des Ersten Vatikanischen Konzils wird diese historisch-theologische Studie über die Rezeption der Lehre über den Primat und den Episkopat in Theologie und Lehramt zwischen den beiden Konzilien vorgelegt. Das Buch stellt dar, wie diese Lehre dank der Beiträge römischer Theologen wie Umberto Betti, Michele Maccarrone und Pietro Parente in Kapitel III der Dogmatischen Konstitution “Lumen gentium” integriert wurde, wobei der Untersuchung das Verdienst zukommt, die Arbeit “römischer” Theologen hervorzuheben, die es ermöglicht haben, “Tradition und Erneuerung in Einklang zu bringen”. In der Mehrzahl der bisher veröffentlichten Studien über das Zweite Vatikanum wurde der Beitrag einiger Persönlichkeiten, die der sogenannten “Konzilsminderheit” angehörten, als Vertreter von Strömungen und klar definierten theologischen Schulen in ihrem Beitrag wohl noch nicht ausreichend berücksichtigt, oder von Beiträgen, die von konservativen oder traditionalistischen Orientierungen geprägt waren, und die die das objektive Verständnis der Tatsachen verdunkelt haben, nicht vollständig bewertet. Ein nicht unbedeutender Verdienst ist die Tatsache, dass Informationen und Dokumente aus dem im Vatikanischen Geheimarchiv aufbewahrten  Fonds des Zweiten Vatikanischen Konzils Berücksichtigung finden. Damit nimmt der vorliegende Band sicherlich einen prominenten Platz im mittlerweile umfangreichen Komplex der Studien zum Zweiten Vatikanum ein" (aus dem Vorwort von Marcello Semeraro).


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

John W. O’Malley, Vatican I. The Council and the Making of the Ultramontane Church. 

Cambridge – London: The Belknap Press of Harvard University Press, 2018. 320 pp.

 

Der anhaltende Einfluss der katholischen Kirche hat viele Quellen - ihre spirituelle und intellektuelle Anziehungskraft, ihre missionarischen Errungenschaften, ihr Wohlstand, ihre diplomatische Wirksamkeit und ihre stabile Hierarchie. Doch in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts wurden die Fundamente, auf denen die Kirche jahrhundertelang geruht hatte, erschüttert. In den Augen vieler Intellektueller war der Liberalismus im Gewand von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit die Quintessenz des Übels, das diese Grundlagen erschütterte. Auf dem Vatikanischen Konzil von 1869-1870 unternahm die Kirche den dramatischen Versuch einer Korrektur, indem sie die Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit definierte.

In der Veröffentlichung: Vatican I – The Council and the Making of the Ultramontane Church schildert John W. O'Malley die Kontroverse um die päpstliche Unfehlbarkeit, die zu einem bestimmten Zeitpunkt die Kirche zu spalten drohte. Protagonisten waren u.a. Erzbischof Henry Manning auf der einen Seite als wichtige treibende Kraft für die Definition, und Lord Acton auf der anderen Seite sein brillanter Gegenpart. Auch Politiker wie Gladstone und Bismarck mischten sich in die Auseinandersetzungen ein, doch die zentrale Figur ist natürlich Pius IX. Die wachsenden Spannungen im Konzil spielten sich im Rahmen des geopolitischen Dramas der Einnahme des Kirchenstaates durch italienische Truppen ab und der scheinbar unausweichlichen Folge, der Eroberung Roms selbst.

Als Ergebnis des Konzils und seiner Nachwirkungen wurde die katholische Kirche zentralistischer und päpstlicher als zuvor. In der Terminologie der damaligen Zeit: Sie wurde ultramontan.