Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Helmut Flachenecker (Hg.), Der Deutsche Orden auf dem Konstanzer Konzil. Pläne – Strategien – Erwartungen. VDG - Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften: Ilmtal-Weinstraße, 2020 (= Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 84). 192 S. € 38,00. ISBN: 978-3-89739-944-0.

 

Inhalt: Andrzej Radziminski, Der Deutsche Orden in Europa am Vorabend des Konzils von Konstanz (1) – Paul Srodecki, Mediating Actors in the Conflict between the Teutonic Order and the Kingdom of Poland in the Early Fifteenth Century (15) – Premysl Bar, Eine (un) genutzte Gelegenheit? Die Polnisch-litauische Union und der Deutsche Orden auf dem Konstanzer Konzil (1414 - 1418) (35) – Mats Homann, Der Blick des Deutschen Ordens auf das Konstanzer Konzil. Die Briefe des Generalprokurators Peter von Wormditt und des Hochmeisters Michael Küchmeister (55) – Läszlö Pösän, Die politischen Bestrebungen und Ziele Polen-Litauens auf dem Konstanzer Konzil (89) – Bernhart Jähnig, Johannes von Wallenrode und das Konstanzer Konzil (107) – Slawomirjözwiak und Janusz Trupinda, Zur Topographie und Raumordnung der Ordensburg Königsberg als Sitz der Komture, Obersten Marschälle und Hochmeister im Licht der mittelalterlichen Schriftquellen (127) – Nicholas w. Youmans, Seelenheil und Ritterehre. Vorstellung eines Forschungsprojekts zur Identität des Deutschen Ordens im Spiegel seiner Symbolhandlungen (157) – Orts- und Personenverzeichnis (176)  
Ein Besprechung findet sich bei H-Soz-Kult.

Tagung zur Konziliengeschichte in Dresden, 30. September - 02. Oktober 2021

Konzilien und die Welt der Klöster

Die Internationale Gesellschaft für Konziliengeschichte veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Vergleichende Ordensgeschichte an der Universität Dresden und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften unter Leitung von PD Dr. Mirko Breitenstein und Prof. Dr. Dr. h.c. Gert Melville in der Zeit vom 30. September - 02. Oktober 2021 eine Tagung zur Konziliengeschichte mit dem Thema: "Konzilien und die Welt der Klöster". Dabei soll der großen Bedeutung des Mönchtums für die Konzilien des ersten Jahrtausends ebenso Rechnung getragen werden wie des Beitrags der Ordensgemeinschaften im zweiten Jahrtausend, wo auf den Synoden einzelne Mönche, aber auch innerhalb der Ordensgemeinschaften entstandene theologischen Schulen großen Einfluss auf Lehr- und Disziplinardekrete genommen haben. Zudem haben sich Konzilien aller Epochen der theologischen Fundierung und disziplinären Ordnung des Ordenslebens angenommen. Die Tagung war ursprünglich für den September 2020 vorgesehen, musste aber wegen der Coronavirus Krise um ein Jahr verschoben werden.

Kontaktadressen für Anmeldungen bis zum 15. September 2021: PD Dr. Mirko Breitenstein (mirko.breitenstein@tu-dresden.deund Prof. Dr. Johannes Grohe, Rom (grohe@pusc.it)

Anbei das Programm


Neue Einträge

Lexikon der Konzilien

Provinzialkonzil  von  Burgos  1898

José María Cerveró García


Neue Einträge

Lexikon der Konzilien

Provinzialkonzil Santiago de Compostela 1313

Jaime Justo Fernández


Willi Henkel OMI (1930-2020)

Die Gesellschaft für Konziliengeschichtsforschung e.V. gedenkt eines kürzlich verstorbenen Freundes: Pater Willi Henkel, der in der Nacht zum 19. November 2020 im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer COVID-19-Erkrankung verstorben ist. Er wurde am 17. Januar 1930 in Wittges bei Fulda geboren und trat 1951 im Kloster Maria Engelport in den Orden der Oblaten von Hünfeld ein. Nach seinem Studium in Rom erwarb er 1955 das Lizentiat in Philosophie und 1959 in Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Er wurde am 13. Juli 1958 zum Priester geweiht und kehrte nach Beendigung seines Studiums nach Deutschland zurück. Von Anfang an war sein Leben spirituell und intellektuell vom Missionsgedanken geprägt. Nach seiner Promotion in Missionswissenschaft an der Universität Münster mit einer Arbeit über die Theologie der Bekehrung nach John Henry Newman kehrte er nach Rom zurück und begann 1966 an der Seite von Pater Johannes Rommerskirchen und Pater Josef Metzler in der Redaktion der Missionsarchive "Bibliotheca Missionum" und "Bibliografia Missionaria" zu arbeiten. 1978 wurde er als Nachfolger von P. Rommerskirchen zum Direktor der Päpstlichen Missionsbibliothek der Kongregation für die Evangelisierung der Völker an der Piazza di Spagna und später der Bibliothek der Päpstlichen Universität Urbaniana ernannt, die seit 1980 in dem neuen Gebäude des der Urbaniana auf dem Monte Gianicolo untergebracht ist. Zusätzlich zu diesen Aufgaben war er ab 1973 Professor für Missionsgeschichte an derselben Universität und ab 1991 Konsultor der Kongregation für die Heiligsprechungsprozesse. Im Jahr 2000 trat er in den Ruhestand und kehrte nach Deutschland zurück, wo er die letzten Jahre seines Lebens in der Oblatengemeinschaft in Hünfeld verbrachte, wo er dann während der Pandemie verstorben ist. P. Henkel hinterlässt das Zeugnis eines vorbildlichen und arbeitsamen Lebens, das stets von christlicher Einfachheit und Demut geprägt war.


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Der Streit um Formosus. Traktate des Auxilius und weitere Schriften, hg. von Grabowsky, Annette, Wiesbaden 2021 ( = Monumenta Germaniae Historica - Quellen zur Geistesgeschichte des Mittelalters, 32) CCCLXII, 404 Seiten, 1 Abb., 7 Tabellen

 

Nur wenige Monate nach seinem Tod wurde Papst Formosus (891–896) exhumiert, auf einen Thron gesetzt und unter seinem zweiten Nachfolger Stephan IV. auf der sog. „Leichensynode“ abgeurteilt. Auf dieser Synode wurden auch von Formosus gespendeten Weihen für ungültig erklärt. Der Widerstand dieser, unter Papst Sergius III. (904–911) verfolgten Kleriker, fand seinen literarischen Niederschlag in Streitschriften, die in der Mehrzahl von einem süditalienischen Kleriker namens Auxilius verfasst wurden. Seine Texte führen in immer neuer Zusammenstellung und unter Nutzung verschiedener literarischer Formen kirchenrechtliche Argumente für die Verteidigung des Formosus und der von ihm gespendeten Weihen. Es handelt sich um Texte, die für die Zeit um 900 von Bedeutung sind, eine Zeit in der eine zunehmende Insitutionalisierung  des Papsttum auftritt.

     In der vorliegenden Edition findet sich erstmals der vollständigen kritischen Text aller Traktate des Auxilius sowie einige andere Schriftstücke, die aus demselben Entstehungs- und Überlieferungskontext stammen. Sie bietet zudem eine Zusammenschau der Quellen und Vorlagen und beleuchtet so die Rechtskenntnis in der Gegend von Neapel an der Wende zum 10. Jahrhundert. Darüber hinaus werden erstmalig auch die Verflechtungen der einzelnen Traktate und die Entwicklung der Argumentation sichtbar gemacht. So wird nicht nur deutlich, wie die Zeitgenossen den Streit um Formosus ausgetragen haben, sondern auch die im Entstehen befindliche Gattung der Streitschrift wird genauer betrachtet, die im Zeitalter des Investiturstreits einen Höhepunkt erleben sollte (vgl. die Webseite des Verlags).

 


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Konzilien und kanonisches Recht in Spätantike und frühem Mittelalter. Aspekte konziliarer Entscheidungsfindung, ed. by: Wolfram Brandes, Alexandra Hasse-Ungeheuer and Hartmut Leppin, Berlin – Boston 2020 (= Forschungen zur byzantinischen Rechtsgeschichte – Neue Folge, 2)

 

“Die Geschichte des kanonischen Rechts in den verschiedenen christlichen Kulturen (lateinische, griechische, syrische, koptische) konzentrierte sich mit guten Gründen meist auf inhaltliche und organisatorische Fragen. In dem vorliegenden Band wird hingegen ein Vergleich der Verfahrensweisen gezogen, die zu konziliaren Entscheidungen und damit um die Entstehung von Kirchenrecht führen. Diverse Faktoren wurden beachtet: Einfluss des Staates, konfessionelle und politische Konflikte, persönliche Auseinandersetzungen usw. Angestrebt wurde eine das gesamte Euromediterraneum sowie den Vorderen Orient umfassende Sicht. Ausführlich gewürdigt wurde die soeben abgeschlossene monumentale Edition der Akten des VII. Ökumenischen Konzils (Nicaenum II) durch Erich Lamberz. Angesichts der wissenschaftlichen Vielfalt der beteiligten Autoren ist dieser Band für verschiedenste Wissenschaftsdisziplinen (Kirchengeschichte, Rechtsgeschichte, Mediävistik, Byzantinistik, Orientalistik u.a.) von hoher Relevanz”. (aus der Webseite des Verlags).

 

Die Abstracts finden Sie hier.