Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

The Canons of the Quinisext Council (691/2), translated with an introduction and notes by Richard Price, Liverpool, Liverpool University Press, 2020 (= Translated Texts for Historians, 74), 224 p.

 

“Diese Kanones (oder Regeln) für die Organisation und das Leben der Kirche und die christliche Moral, die auf einem Konzil in Konstantinopel 691/2 erlassen wurden, bilden die Grundlage des byzantinischen Kirchenrechts. Sie zeigen ein intensives Anliegen, die richtige Disziplin des klerikalen Lebens nach dem Chaos, das durch die arabischen Invasionen verursacht wurde, wiederherzustellen. Die Regeln für die Laien zeigen das Bestreben, den Gehorsam gegenüber den Regeln der Kirche in Bezug auf die Ehe, den richtigen Respekt für den heiligen Raum und die Unterdrückung von Bräuchen heidnischen Ursprungs sicherzustellen. Von besonderem Interesse sind die Kanones, die die Missbilligung bestimmter Bräuche der Westkirche und der armenischen Kirche zum Ausdruck bringen. War dies ein Versuch, die byzantinische Hegemonie durchzusetzen, oder einfach eine Abscheu vor Bräuchen, die falsch erschienen? Der byzantinische Kaiser versuchte wiederholt, den Papst dazu zu bringen, den neuen Kanones seinen Stempel aufzudrücken; sein Scheitern markiert eine wichtige Etappe in der zunehmenden Divergenz zwischen der griechischen und der römischen Kirche. Die Übersetzung wird von einer ausführlichen Kommentierung begleitet, während die Einleitung das Konzil in seinen historischen Kontext einordnet, sowohl in die Geschichte der frühmittelalterlichen Welt als auch in die Entwicklung des östlichen Kirchenrechts.” (frei übersetzt  aus der Webseite des Verlags).


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Franz Machilek, Jan Hus (um 1372–1415). Prediger, Theologe, Reformator, Münster, Aschendorff Verlag, 2019 (= Kath. Leben und Kirchenreform im Zeitalter der Glaubensspaltung 78/79), 272 S.

 

“Vor gut 600 Jahren wurde der aus dem südböhmischen Husinetz stammnde Prager Magister Johannes (Jan) Hus (1372–1415) auf dem Konstanzer Konzil vor allem wegen seiner Lehre von der Kirche als hartnäckiger Ketzer zum Tod verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Auf der Grundlage der autochthonen böhmischen religiösen Bewegungen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, des an der Prager Universität unter den Magistern der böhmischen Universität vorherrschenden Augustinismus und des unter ihnen wachsenden, von ihm durchaus modifizierten Wyclifimus entwickelte Hus als Prediger an der Bethlehemkapelle und Universitätslehrer das ihm eigene, pastoral geprägte Kirchenverständnis. Die Heilige Schrift (die Lex Dei) und die Suche nach der Wahrheit bildeten die Richtschnur seines Lebens; sie bestimmten seine Entscheidungen in den Konflikten mit dem Prager Erzbischof, dem böhmischen König, dem Papst und dem Konzil. Das Bestehen auf Belehrung durch die Schrift und die Sorge um seine breite Anhängerschaft hielten ihn von dem durch das Konstanzer Konzil geforderten Widerruf der ihm zum Teil von falschen Zeugen angelasteten Thesen ab. Seine Anhänger feierten ihn nach seinem Tod als Märtyrer und Heiligen.
In jüngerer Zeit galt Hus von Seiten katholischer Theologen als Bahnbrecher des Zweiten Vatikanischen Konzils. Der Besuch von Papst Johannes Paul II. in Prag 1990 und die auf dessen Anregung errichtete, ökumenisch zusammengesetzte „Kommission für das Studium der mit der Persönlichkeit, dem Leben und Werk des Magisters Johannes Hus verbundenen Problematik“ bei der Tschechischen Bischofskonferenz 1993 sowie die internationalen, auf ökumenischer Basis veranstalteten wissenschaftlichen Hus-Symposien in Bayreuth 1993 und im Vatikan 1999 waren in jüngster Zeit die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur heutigen Sicht Hussens als Reformator der „ersten“ Reformation in Europa. Kurz vor dem Gedenken an Hussens Tod vor 600 Jahren gedachte Papst Franziskus bei einem Treffen hochrangiger Repräsentanten der christlichen Kirchen, der Politik und der akademischen Gremien Tschechiens im Apostolischen Palais im Vatikan am 15. Juni 2015 mit Hochachtung des Reformators: der „renommierte Prediger“ und Rektor der Prager Universität, der lange Zeit „Streitobjekt“ unter den Christen war, sei heute zu einem „Anlass des Dialogs“ geworden.” (aus der Webseite des Verlags).


Neue Einträge

Lexikon der Konzilien

Konzilien von Santiago de Compostela  1310 (21.-29. Oktober)

Justo Fernández, Jaime


Neue Einträge

Lexikon der Konzilien

Konzil von Valencia 1889 (18.-27. Oktober)

Almela Martínez, Mariano


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Giovanni Della Casa, Corrispondenza con i legati al Concilio di Trento (1544-1549), edizione e commento a cura di Monica Marchi, Roma, Edizioni di Storia e Letteratura, 2020 (= Biblioteca Italiana Testi e Studi, 16), 304 pp.

 

“Im August 1544 wurde Giovanni Della Casa zum apostolischen Nuntius in Venedig ernannt, einer der wichtigsten Städte für das empfindliche Gleichgewicht der europäischen politischen Ordnung. In der Lagunenstadt kamen sehr schnell Informationen über alles an, was um sie herum geschah, angefangen von der osmanischen Front, über den päpstlichen Hof, bis hin zu den äußersten Grenzen des Reiches von Karl V. Die im Codex Vaticanus Latinus 14830 enthaltenen Briefe geben durch die Hauptstimmen des Nuntius in Venedig, Monsignore Della Casa, und der Legaten des Konzils, Marcello Cervini und Giovanni Maria del Monte, ein detailliertes Bild der intensiven Zeit von der mühsamen Eröffnung des Konzils selbst, in Trient, bis zu seiner Übertragung nach Bologna. Der Codex wird nun zum ersten Mal, nach sorgfältigen philologischen Untersuchungen, in seiner Gesamtheit veröffentlicht, nach chronologischen Kriterien neu geordnet und als Ganzes analysiert. Auf diese Weise kann der moderne Leser dank des historischen und sprachlichen Kommentars, der den Text begleitet, den Inhalt der Korrespondenz besser nachvollziehen, während die Analyse der kommunikativen Eigenheiten der einzelnen Gesprächspartner den Charakter dreier herausragender Persönlichkeiten im Italien des 16. Jahrhunderts” (frei übersetzt aus der Webseite des Verlags).


Neue Einträge

Lexikon der Konzilien

Konzilien von Santiago de Compostela 1292 (23. Mai) und 1293 (?)

Justo Fernández, Jaime


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Annales Historiae Conciliorum (AHC), Heft 1 / (2020)

 

https://www.aschendorff-buchverlag.de

 

Preis: 35,00€ 

 

Die Zeitschrift Annales Historiae Conciliorum (AHC) wurde 1968 von einer Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Walter Brandmüller mit dem Titel Annuarium Historiae Conciliorum begründet. Sie ist bis heute das führende internationale Fachorgan für die Erforschung der Konziliengeschichte vom Altertumbis in die Gegenwart. In den 50 Jahren seines Bestehens wurden darinüber 600 Beiträge von einer weltweiten Gemeinschaft von Historikern, Theologen und Philologen publiziert.

 

Zum Inhalt

 

Hier geht es zu den einzelnen Beiträgen.

Hier geht es zum Heft.