Erzbischof Agostino Marchetto zum Kardinal ernannt

Papst Franziskus hat mit Erzbischof Agostino Marchetto im Konsistiorium am 30. September den international bekannten und von ihm persönlich sehr geschätzten Kenner des II. Vatikanischen Konzils, den er gar für den “più̀ grande ermeneuta del Concilio” hält, zum Kardinal ernannt. Neben seiner langjährigen Karriere als Vatikandiplomat hat sich der 83-jährige Kardinal intensiv mit der Rezeption des II. Vatikanums befasst und sich mit zahlreichen Publikationen stets pointiert zu Wort gemeldet, wobei er eine Interpretation vertritt, die Papst Benedikt XVI. in der berühmt gewordenen Ansprache an die Kurie vom 22. Dezember 2005 auf die Formel gebracht hat, dass man einer “Hermeneutik der Diskontinuität und des Bruches die Hermeneutik der Reform, der Erneuerung des einen Subjekts Kirche, die der Herr uns geschenkt hat, unter Wahrung der Kontinuität“ entgegenstellen müsse. Marchetto ist dem Projekt Konziliengeschichte sehr verbunden und hat seit 2000 wiederholt auf den Tagungen der Gesellschaft für Konziliengeschichtsforschung Vorträge gehalten. Zuletzt hat er 2018 auf der Tagung “Konzil und Minderheit”, die an der Pontificia Università della Santa Croce und am Campo Santo Teutonico durchgeführt wurde, zum Thema “La minoranza al Vaticano II (1962-1965) secondo il ‘Diario’ del suo Segretario Generale, Pericle Felici” referiert.


Neuerscheinungen

Johannes Helmrath, Wege der Konzilsforschung. Studien zur Geschichte des Konzils von Basel (1431–1449) und anderer Konzilien. Ausgewählte Aufsätze Band 2, Mohr Siebeck, Tübingen 2022. XII + 844 pp.

 

Nachdem der erste Band der ausgewählten Aufsätze von Johannes Helmrath bereits 2013 erschien und "Studien zum Humanismus" sammelte, vereinigt der vorliegende Band Studien des Autors zur Konziliengeschichtsforschung. 

Konzilien, von Nikaia bis zum Vatikanum II, sind kollegial organisierte Legislativorgane der Kirche und zugleich als Treffpunkte geistlicher und weltlicher Eliten historische Schlüsselmomente besonderer Art. Der vorliegende Band enthält ausgewählte Studien Helmraths zur historischen Konzilsforschung. Die Beiträge sind revidiert, sowie mit Nachträgen und einem Register versehen. Den thematischen Schwerpunkt bildet das faszinierende und überlange Konzil von Basel (1431–1449), das letzte der sog. Reformkonzile, flankiert von Studien zum IV. Lateranum und den Konzilien von Konstanz (1414–1418) und Ferrara-Florenz-Rom (1438–1445). Analysiert sind Probleme der Organisation und Kommunikation, der Prosopographie, der Reform und Theologie, der Vergleichbarkeit mit weltlichen Versammlungen, der intellektuellen Drehscheibenfunktion etc. Im diachronen Längsschnitt werden die Liturgie des Evangelienbuchs, die Kirchenreform und die Ortswahl von Konzilien untersucht (aus der Verlagsinformation).


Tagung zum Konzil von Pavia-Siena (1423-1424)

Ini consilium, coge concilium!  A Seicento anni dal Concilio di Pavia e Siena (1423-1424)

Pavia 5-7 Settembre 2023

  • Martedì 5 Settembre

Ore 15-18 Auditorium di San Tommaso, Dipartimento di Studi Umanistici, Piazza del Lino, 2

SALUTI ISTITUZIONALI

- Maria Pavesi, Vicedirettrice del Dipartimento di Studi Umanistici

- Don Fabio Besostri, Facoltà Teologica dell’Italia Settentrionale

INTRODUZIONE

- Daniela Rando, Da Costanza a Pavia. Le ragioni di un concilio

Pausa caffè

- Alberto Cadili, Il concilio e la città

Visita del complesso storico dell’Università

Ore 21 Almo Collegio Borromeo, Sala Bianca, Piazza Collegio Borromeo, 9

- Alberto Melloni, La storia infinita: concezioni ed esperienze del concilio nelle chiese

  • Mercoledì 6 Settembre

Auditorium di San Tommaso, Dipartimento di Studi Umanistici, Piazza del Lino, 2

L’AGENDA

Ore 9-10.45

- Phillip H. Stump, Reform in Head and/or Members at the Council of Constance (1414-1418) - online

- Thomas Frank, Argomentare la riforma. A proposito di alcuni testi conciliari dell’inverno 1423/1424

Pausa caffè. Visita al Palazzo S. Tommaso, Sala delle Sibille

Ore 11.15-13

- Sebastian Kolditz, L’unione tra latini e greci da Costanza a Basilea: il luogo del concilio di Pavia-Siena in un processo di avvicinamento

- Cécile Caby, Predicazione e riforma dei religiosi al concilio di Pavia-Siena: un’occasione di scandalo?

PRESENZA, ASSENZA, INFLUENZA: PONTEFICE E CURIA

Ore 15.15-17 Sala conferenze, Basilica di S. Pietro in Ciel d’Oro, Piazza S. Pietro in Ciel d’Oro

- Wolfgang Decker, “Johannes infeliciter electus…in papam” und “Martinus temporum suorum felicitas”. Der “Übergang” vom Pisanischen zum Römischen Papsttum, auch bei den Banken? Alberti, Borromei, Cambini

- Davide Scotto, Contenere l’“esaltazione degli ebrei”. Martino V e il concilio dopo i taqqanot di Forlì (1418)

Pausa caffè. Visita alla basilica di S. Pietro in Ciel d’Oro

Ore 18

- Jessika Nowak, Die Kardinäle auf dem Konzil

  • Giovedì 7 Settembre

Aula Moretti, Almo Collegio Borromeo, Piazza Collegio Borromeo, 9

DIPLOMAZIA E CULTURA

Ore 9-10.45

- Tobias Daniels, Sigismund und das Reich

- Jacob Langeloh, Preacher, Chronicler, Speaker, Ambassador. Reflecting on the roles and rhetoric of John of Ragusa at the councils of Pavia-Siena and Basel

Pausa caffè

Ore 11.15-12.30

- Mariarosa Cortesi, Intellettuali sulla scena dei Concilî fra dispute, intrighi e diplomazia

CONCLUSIONI

Discussants: Michele Pellegrini, Giacomo Pirani

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 Comitato scientifico: Wolfgang Decker, Thomas Frank, Daniela Rando

 Segreteria del convegno: dott. Alberto Cadili, alcadili@libero.it 


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Pontificio Comitato di Scienze Storiche, Un concilio di oggi. Memoria, recezione e presente del Concilio di Firenze (1439-2019), a cura di Riccardo Burigana e Pierantonio Piatti, Libreria Editrice Vaticana: Citta del Vaticano 2023. 410 pp.

 

Das Konzil von Florenz stellt in der Geschichte der Kirche ein Ereignis dar, bei dem sich Christen aus Ost und West begegneten, um gemeinsam über die Kirche und ihre Sendung nachzudenken, und zwar in einer Perspektive der Einheit, in der die verschiedenen Traditionen zusammenkommen konnten, ohne ihre eigenen theologischen, spirituellen, liturgischen und im Glauben begründeten Identitäten aus den Augen zu verlieren. In den Tagen der Konzilsfeierlichkeiten war Florenz, wie schon bei anderen Gelegenheiten im Laufe der Geschichte, ein Zentrum des Dialogs, in der Christen, die aus Konstantinopel, Armenien, Ägypten, Äthiopien, Frankreich und Spanien auf vielen verschiedenen Wegen hierher gekommen waren, im Hören auf das Wort Gottes eine “Heimat” fanden, um Unterschiede und Vorurteile zu überwinden, um Hoffnungen und Erkenntnisse zu pflegen und eine geistliche Gemeinschaft zu entdecken, mit der sie den Herausforderungen der Welt begegnen konnten (aus der Verlagsinformation).


Boris Ulianich (1925-2023) verstorben

Am 31. März ist in Neapel Boris Ulianich im hohen Alter von 98 Jahren verstorben


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Heft 51/2 (2021) der Annales Historiae Conciliorum erschienen

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Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Annales Theologici 32/2 (2022) als monographische Nummer Zur Synodalität erschienen