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Sinodus Brucensis / Synode von Aiud / Straßburg (am Mieresch) / Nagyenyed

Sinodus Brucensis / Synode von Aiud/Straßburg (am Mieresch) / Nagyenyed; 1569

 

Vom Nachfolger des 1566 durch den kalvinistisch dominierten Siebenbürgener Landtag für die orthodoxen Rumänen ernannten Superintendenten Paul Turdaşi wurde 1569 eine (Pfarrer-)Synode abgehalten, die für die Siebenbürger orthodoxen Rumänen eine kalvinistische Grundordnung verfügte: Nur in der Schrift Begründetes werde bewahrt, von den Menschen Eingeführtes unterbleibe; für Heilige und andere Tote gebe es weder Liturgie noch Gebete; verwitweten Priestern stehe die Wiederheirat offen; allwöchentlich ist zu predigen; wer die Predigt versäumt, dem werde auf dem Totenbett die Kommunion verweigert; slawisch zelebrierende Priester dürfen nicht mehr amtieren; harte Strafe des Fürsten treffe alle, die sich den Artikeln nicht beugen. Diese Synode blieb allerdings ein einmaliges Ereignis. Die Wiederherstellung der orthodoxen Tradition erfolgte, weil der bei der lateinischen Kirche verbliebene Fürst Stefan Báthory, der 1571 das Amt antrat, 1574 in Alba Julia eine rumänische Diözese errichtete und sie der Metropolie der Walachei einfügte.

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Lit.: S. Szilagyi, Monumenta Comitalia Regni Transylvaniae - Erdélyi Országgyűlési Emlékek, 1540–1699, vol. 2, Budapest 1875, 111, 118; I. Lupaş, Zur Geschichte der Rumänen, Sibiu 1943, 236f; E. Chr. Suttner, Kirche und Theologie bei den Rumänen, Fribourg 2009, 35-40..

 

Suttner, Ernst Christoph

April 2022

 

Empfohlene Zitierweise:

Suttner, Ernst Christoph, “Sinodus Brucensis / Synode von Aiud/Straßburg (am Mieresch)/Nagyenyed; 1569" in: Lexikon der Konzilien [Online-Version], April 2021; URL: http://www.konziliengeschichte.org/site/de/publikationen/lexikon/database/4231.html